Es war ein Augustnachmittag, drückend heiß, doch der Schatten des Laubes milderte die Hitze. Ich folgte einem vergessenen Pfad und blieb vor einem umgestürzten Baumstamm stehen, dem die Zeit langsam seine Kraft geraubt hatte. Auf seiner Seite ragte, wie ein versteinertes Überbleibsel, ein seltsames graues Gewächs mit regelmäßigen Konturen hervor. Dieser massive Pilz, fest in der Rinde verankert, trug alle Merkmale von Fomes fomentarius, besser bekannt als Zunderschwamm.
Träg und hart wie Holz schien er für immer dort eingefroren, auf halbem Weg zwischen Pflanzen- und Mineralreich. Einst zum Feuermachen verwendet – sein Name leitet sich vom Wort „amadou“ ab, dem brennbaren Material, das aus seinem Fleisch gewonnen wurde –, versucht er weder mit seiner Farbe noch mit seiner Form zu verführen, sondern strahlt vielmehr eine stille und archaische Präsenz aus.
Der Zunderschwamm ist laut einigen Quellen ungiftig, kulinarisch jedoch uninteressant. Er erinnert uns daran, dass nicht alle Pilze essbar sind – und dass manche, wie er, eine Geschichte vom Wald erzählen, von langsamer Verwesung und der Erinnerung an Holz.
Ich ließ ihn dort zurück, einen alten Wächter des toten Stammes, eingefroren in seiner stummen Ewigkeit.
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