Es gibt Momente, in denen der Wald plötzlich wie von selbst zu malen scheint, als wäre jeder Mooshalm, jeder Lichtschimmer, jede zarte Form Teil eines lebendigen Kunstwerks. An diesem Tag, am knorrigen Stamm einer alten Eiche, blieb mein Blick wie angewurzelt stehen. Stolz ragte aus einem dichten Teppich aus leuchtend grünem Moos ein kleiner, zart geformter Pilz hervor, der wie eine Tänzerin im perfekten Moment des Gleichgewichts zu schweben schien.
Sein leicht malvenrosa leuchtender Hut, seine geneigte Haltung und die feuchte Weichheit seines Hutes erinnerten mich an einen Hauben-Hygrophorus (Porpolomopsis calyptriformis), eine seltene und unauffällige Art, die man manchmal auf alten Wiesen oder in lichten Wäldern findet. Er ist ein zerbrechlicher, anmutiger Pilz, dem man nur selten begegnet – und der umso kostbarer ist, wenn er auftaucht.
Manche halten ihn für essbar, andere verzichten aus Vorsicht oder Respekt darauf.
Im Zweifelsfall bleibe ich bei dem, was der Wald am meisten bietet: Kontemplation.
Ich blieb einen Moment dort, als wolle ich die Komposition dieses lebendigen Tableaus nicht stören – ein Fragment der Natur, das uns nur die Langsamkeit einen Blick erlaubt.
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