Wir setzen unseren Rundgang fort und folgen einem langen Steg entlang der letzten Wehrmauer. Dieser an die Mauer angebaute, schwebende Gang offenbart die ganze Genialität mittelalterlicher Wehrarchitektur. Das hölzerne Tragwerk ist deutlich sichtbar: breite Balken, die mit fast handwerklicher Präzision zusammengefügt wurden, ein robuster, sanft federnder Boden und ein solides Geländer – alles Zeugnisse der Funktionalität und der Sorgfalt, die jedem Detail gewidmet wurde.
Diese Galerie, einst ein Wachgang, ermöglichte es den Wachen, sich schnell von einem strategischen Punkt zum anderen zu bewegen, geschützt, aber stets wachsam. Auch heute noch spürt man beim Begehen dieses Gefühl der Solidität, als hätte das Holz in seinen Fasern die Erinnerung an die stillen Wächter und Ausgucke bewahrt, die den Horizont absuchten.
Der Blick auf die Wehrmauern, Dächer und Innenhöfe öffnet sich allmählich, und man schreitet langsamer, fast ehrfürchtig, im Bewusstsein, einen Ort zu betreten, der unaufhörlich das Herz der Burg beschützt hat. Hier erzählt jeder Balken, jede Planke eine Geschichte von Wachsamkeit, technischer Meisterschaft und dem Alltag auf den Mauern.
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