Nachdem man das Wehrtor passiert hat, entdeckt man einen kleinen, unscheinbaren, fast geheimnisvollen Vorraum, in dem einer der wichtigsten Schätze der Burg verborgen liegt: der Brunnen. Nur spärlich dringt Licht ein, gleitet wie ein dünner Silberfaden an den Wänden entlang, und man spürt sofort die Kühle, die für Orte charakteristisch ist, die von Wasser und Stein durchdrungen sind.
Dieser bescheidene Raum, der einem eiligen Besucher leicht entgehen mag, spielte in der Vergangenheit dennoch eine entscheidende Rolle. Hier, in dieser geschützten Nische, holten die Menschen das Wasser, das sie für ihren Alltag brauchten. Man kann sich die Gestalten vorstellen, die in den frühen Morgenstunden kamen und gingen, den Eimer, der hohl gegen den Rand schlug, das Seil, das unter der Spannung knarrte, und schließlich das sanfte Plätschern des Wassers, das aus der Tiefe emporstieg. Dieser Brunnen war nicht nur eine Wasserquelle: Er war eine Garantie für das Überleben im Falle einer Belagerung, ein kostbarer Schatz, verborgen im Schatten, außer Sichtweite.
Heute scheint der Vorraum außerhalb der Zeit zu stehen, wie ein stummer Zeuge von Handlungen, die sich über Jahrhunderte wiederholten. Beim Durchschreiten des Gebäudes hat man fast das Gefühl, noch immer das Murmeln des Wassers und das Schleifen von Schritten hören zu können, die einst dieses kleine steinerne Heiligtum belebten.
Keine KommentareAbsence de commentaire
Zu diesem Foto wurden noch keine Kommentare abgegeben. Erstellen Sie ein Konto und hinterlassen Sie als Erster einen Kommentar.