Bevor ich die Treppe zu den Wohnungen hinaufstieg, verweilte mein Blick ein letztes Mal auf dem Brunnen, der stolz im Herzen des unteren Innenhofs thront. Umgeben von massivem Stein und schützenden Mauern wirkt er wie eine Oase der Ruhe, eine stille Erinnerung an das, was einst die Burg am Leben erhielt.
Sein sandsteinenes Becken, von Jahrhunderten patiniert, sammelt das klare Wasser, das einst die Bewohner von Haut-Kœnigsbourg nährte. Man kann sich vorstellen, wie die Wachen dort ihren Durst stillten, die Bediensteten Wasser zum Kochen, für die Körperpflege und für die täglichen Aufgaben schöpften. In einer Festung auf über 700 Metern Höhe war jeder Tropfen kostbar: Ohne diese Quelle gab es keine Verteidigung, kein Leben.
Das Licht, das von den Mauern herabfiel, berührte sanft die Wasseroberfläche und erzeugte beinahe hypnotische Spiegelungen. Dieses einfache, zugleich zerbrechliche und unverzichtbare Element verbindet den heutigen Besucher mit denen, die einst hier lebten, und erinnert uns daran, dass selbst in einer uneinnehmbaren Festung das Leben in erster Linie von dieser lebensnotwendigen Ressource abhängt.
Mit diesem letzten, von Ruhe und Respekt erfüllten Blick machte ich mich auf den Weg zur Treppe, die zu den Gemächern führte, bereit, eine weitere Facette des Schlosses zu entdecken.
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