Kaum war ich am Nachmittag angekommen, dauerte es nur wenige Augenblicke, bis ich den Ruf des Meeres spürte. Die Reise hatte ein leichtes Schweregefühl in meinen Beinen hinterlassen, das aber schnell von der Lust verdrängt wurde, am Ufer entlang zu spazieren. Der Strand von Saint-Benoît-des-Ondes erstreckte sich bei Ebbe wie ein riesiger Spiegel, freigelegt vom ebbenden Meer. Die weite Sandfläche glitzerte in der Sonne, durchzogen von silbrigen Reflexen und unterbrochen von ein paar Muscheln, die von den Wellen vergessen worden waren.
Darüber verlieh ein tiefblauer Himmel ohne den Schatten einer Wolke der Landschaft eine fast unwirkliche Klarheit. Die Luft, beladen mit Gischt und Salz, hatte jenen lebendigen Geschmack, der die Sinne und den Geist weckt. Hier wirkte alles ruhig, friedlich, offen für Kontemplation. Die Stille wurde nur vom fernen Schrei der Möwen unterbrochen, als wolle er uns daran erinnern, dass das Meer, selbst wenn es sich zurückzieht, nie wirklich verschwindet.
Es war unsere erste Begegnung mit der Smaragdküste: ein schwebender Moment, in dem sich der Horizont weitet, in dem sich unser Blick in der Unendlichkeit verliert und in dem wir bereits verstehen, dass diese paar Tage in der Bretagne voller einfacher und leuchtender Wunder sein werden.
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