Beim Betreten der Kapelle im Südflügel verändert sich die Atmosphäre augenblicklich: Die Schritte werden leiser, die Gedanken ruhiger, als ob der Ort von Natur aus zur Kontemplation einlädt. Hier gibt es keinen Prunk und keine protzige Dekoration – die Kapelle zeichnet sich durch eine fast klösterliche Schlichtheit aus.
Licht fällt nur durch ein einziges Buntglasfenster, dessen gedämpfte Farben ein sanftes, fast zerbrechliches Leuchten auf die weiß getünchten Wände werfen. Dieser Putz, ähnlich dem in den anderen Räumen des Flügels, hebt die rosafarbenen Steine hervor, aus denen die tragenden Elemente der Kapelle bestehen: Bögen, Rahmen und Ecksteine. Der Gesamteindruck erzeugt einen feinen Kontrast, als ob die Architektur selbst das Wesentliche ohne Künstlichkeit hervorheben wollte.
Über dem Fenster dominiert ein Fresko, das den gekreuzigten Christus darstellt, den Raum. Die Farben, obwohl etwas verblasst, sind dennoch ausdrucksstark. Der Blick des Besuchers wird unwillkürlich von dieser einfachen, aber ergreifenden Szene angezogen, einer Erinnerung an die spirituelle Bedeutung des Ortes und den Glauben, der die Bewohner des Schlosses inspirierte.
In dieser kleinen Kapelle herrscht vollkommene Ruhe: die tiefe Stille, das sanfte Licht, der rosafarbene Stein, der durch den hellen Putz hindurchscheint, ohne ihn je zu erdrücken. Es ist ein Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint, ein intimer Raum, der zur Kontemplation und Demut einlädt. Eine wohltuende Oase der Ruhe im Herzen der Festung.
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